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Helfende Hände gesucht

Immer mal wieder am Wochenende wird der Tierheimdienst von Ehrenamtlichen geleistet, da die hauptamtliche Tierheimleitung und ihre Assistentin ja eigentlich beide nur einen 40 Wochenstunden-Vertrag haben und somit auch ihr Recht auf freie Tage. Bis dato wurde diese Aufgabe dann überwiegend von den Vorstandschaftsmitgliedern und gelegentlich dem ein oder anderen Freiwilligen übernommen. Klappt eigentlich recht gut. Eigentlich....

Ich selbst hatte bis heute noch keinen solchen Wochenenddienst übernommen, da ich mich stattdessen bereit erklärt hatte, Noteinsätze zu fahren bzw. nachdem das Tierheim seit Monaten mit Katzen überfüllt ist, in meinem privaten Haushalt die "Außenwohngruppe", die seit Ende Juli mit mal mit drei, mal mit fünf und aktuell mit zwei Katzen besetzt ist, zu betreuen.

Heute nun bin ich mal in der Frühschicht mit eingesprungen. Zum Glück musste ich nicht, wie so oft bei den anderen ehrenamtlichen Wochenenddiensten, alleine ran, sondern konnte mir die Aufgaben mit einem anderen Vorstandschaftsmitglied teilen. Und ich dachte mir, die paar Katzen sind ja auch schnell versorgt.

Nun gut, gegen 9.00 Uhr rückte ich also im Tierheim an. Herr S. war derzeit bereits mit sämtlichen Hunden draußen gewesen und schrubbte bereits die Hundeinnenboxen. Ich schnappte mir Futternäpfe und Dosenfutter und legte im oberen Stockwerk des Tierheims in den Katzenzimmern los. Katzenklos leeren, alte Näpfe einsammeln, kurz ein wenig das Zimmer ausfegen, frisches Wasser und frisches Futter rein ins Zimmer, kurz die Mietze ein wenig streicheln während das Zimmer gelüftet wird. Obwohl ich nicht gerade trödelte, brauchte ich trotz allem für die drei ersten Räume mit den Samtpfoten fast eine Stunde.

Weiter ging´s im Erdgeschoß. Schon beim Blick durchs Türglas sah ich, im Zimmer mit den Babykatzen sieht´s wüst aus - überall lag am Boden Katzenstreu (jeder der mehr als zwei Katzen sein eigen nennt, kennt das wohl auch). Darum machte ich mich erst über das vermeintlich einfache zweite Zimmer mit den zwei Jungkatern her. Aber von wegen einfach - einer der beiden Herren hatte wohl Schwierigkeiten mit der Verdauung und ich musste mir erstmal Eimer und Lappen holen und das Malheur beseitigen. Kein "Tierheimphänomen", selbst die bestversorgtesten Katzen übergeben sich mal. Auch im Zimmer mit den Babykatzen war´s nicht nur mit Fegen getan, dort musste ebenfalls der Boden gewischt werden. Eh ich mich versah, war´s halb elf Uhr.
Kurze Verschnaufpause, danach ging´s weiter mit den Quarantänekatzen. Neben Lilly sitzen inzwischen noch zwei weitere junge Katzen mit Katzenschnupfen, jeweils separat in eigenen Zimmern untergebracht, im Tierheim (eigentlich ein nahezu einmaliger Luxus, denn andernorts werden solche Tiere zusammen in einem Zimmer in einzelnen Quarantänekäfigen untergebracht). Trotz der Notwendigkeit vor jedem Zimmer eigens dafür vorgesehene Schutzkleidung nebst Einweghandschuhen anzuziehen kam ich innerhalb einer Stunde mit den drei Zimmern gut durch. Das vierte Quarantänezimmer übernahm unterdessen Herr S., der inzwischen auch die Außenzwinger geputzt und die Kleintiere versorgt hatte. Zur Mittagsstunde haben wir dann nochmal mit allen Hunden eine kurze Runde gedreht.

Danach war ich erstmal platt und auch vollkommen überrascht, wie viel Arbeit so ein Dienst macht. Und im Gegensatz zu den Dienstzeiten der hauptamtlichen Mitarbeiter war es ja auch noch ruhig im Tierheim - kein Telefon und kein Besucherverkehr. Sicher gehen die beiden routinierter und zügiger an ihre Arbeit, aber dennoch ist nicht weniger zu tun, im Gegenteil.

Weil mich der Umfang dieses eigentlich so vermeintlich einfachen Wochenenddienstes so überrascht hat, war es mir nun ein Bedürfnis, diese Zeilen niederzuschreiben. Denn auch die hauptamtlichen Mitarbeiter des Tierheims können ihre Dienstzeit nicht immer gemeinsam ableisten und sind auf freiwillige und ehrenamtliche Unterstützung angewiesen. Und viele Hände bewegen viel.

Die Arbeit im Tierheim ist nur eine von vielen Aufgaben, bei denen der Verein die Hilfe und Unterstützung von Freiwilligen und/ oder aktiven Mitgliedern benötigt. Auch für die Organisation und Durchführung wie z.B. demnächst die Bude am Hersbrucker Weihnachtsmarkt, Infostände, Feste oder Feiern wird immer wieder personelle Hilfe benötigt. Solche Einsätze bedeuten nicht nur Arbeit, sie machen durchaus auch Spaß und geben einem in jedem Fall das gute Gefühl, sich für das Wohl der Tiere eingesetzt zu haben. Sollten sie nach diesen Zeilen zu dem Schluss kommen, im Monat vielleicht 1-2 Stunden oder gar mehr von ihrer Freizeit für den Einsatz zu Gunsten vernachlässigter Tiere aufbringen zu können, so setzen sie sich doch mit der 1. Vorsitzenden, Martina Höng oder der Tierheimleitung, Sonja Pretscher in Verbindung. Wir und besonders die Tiere sind für jede kooperative Unterstützung und helfende Hand dankbar!

(iris hofner)

 

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