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Daten und Fakten aus dem Hersbrucker Tierheim

Seit Oktober 2011 setzt die Tierhilfe Franken, eine Organisation aus einem Nachbarlandkreis, in ihren Anzeigen regelmäßig Seitenhiebe gegen die Tierheime im Nürnberger Land. An dieser Stelle ein paar Zahlen und Fakten aus dem Hersbrucker Tierheim.

Im letzten Quartal des Jahres 2011 wurden im Hersbrucker Tierheim fünf Fundhunde aufgenommen. Fundhund heißt, dass das Tier vermutlich entlaufen ist und einen ordentlichen Besitzer hat. Diese Hunde konnten alle innerhalb weniger Tage an ihre Besitzer zurückgegeben werden. Die Besitzer trugen letztlich auch die Kosten für die in Obhutnahme durch das Tierheim, den Gemeinden fielen dafür keine Kosten an. Denn eigentlich sind die Gemeinden laut Gesetz für die Verwahrung von Fundsachen, also auch für Fundtiere zuständig, die Tierheime jedoch übernehmen diese Aufgabe für die Gemeinden.

Aktuell befinden sich im Hersbrucker Tierheim fünf Hunde zur Vermittlung. Davon fallen zwei unter die Kategorie Abgabetier, d.h. sie hatten einen ordentlichen Besitzer, der sich aber, z.B. aus gesundheitlichen Gründen, nicht mehr weiter um das Tier kümmern konnte. Drei der Tiere stammen aus Beschlagnahmungen durch das Veterinäramt. Diese Tiere hatten Besitzer, die sich nicht ordentlich um die Tiere gekümmert haben. Der Altersdurchschnitt liegt bei 9 Jahren. Bei allen gestaltet sich die Vermittlung recht schwierig, da sie zum Teil groß und zum Teil auch gesundheitliche, altersbedingte Handicaps haben. Vier der Hunde sind aus dem Altlandkreis Hersbruck. Mit den Hunden sind alle Boxen des Tierheims belegt und es können derzeit deshalb keine weiteren Abgabehunde angenommen werden.

Seit der Eröffnung im Jahr 2008 hatte das Hersbrucker Tierheim nur zwei Würfe Hundewelpen. Auf der Homepage der Tierhilfe Franken befinden sich derzeit 46 Hunde zur Vermittlung, viele davon nicht älter als zwei Jahre, viele mit Gewichtsangaben. Viele der Hunde werden neben regelmäßigen Zeitungsanzeigen darüber hinaus im Internet bei Ebay Kleinanzeigen oder Quoka angeboten.

Gänzlich anders sieht es bei den Katzen und Kleintieren aus. Hier gestaltet sich die Rückgabe von Fundtieren an ihre ordentlichen Besitzer weitaus schwieriger, da nur die wenigsten dieser Tiere tätowiert oder gechipt und registriert sind. Häufig sind die weiblichen Fundtiere auch noch trächtig oder sind mit samst ihrem Nachwuchs ausgesetzt worden. So werden dann schnell aus einem Fundtier fünf oder sechs. Das Aussetzen von Tieren eine Straftat ist und mit bis zu 25 000.- € Geldbuße geahndet werden kann. Die Überführung der Täter ist mangels Beweisen grade bei ausgesetzten Tieren sehr selten möglich.

Von Oktober bis Dezember 2011 beherbergte das Hersbrucker Tierheim rund 70 Katzen bzw. Katzenwelpen. Davon fielen fünf in die Kategorie Abgabetier, 15 Tiere stammten aus Beschlagnahmungen bzw. Wohnungsräumungen, fünf herrenlose Katzen wurden auf Kosten des Tierschutzvereins kastriert und wieder ausgewildert. Die übrigen 45 Katzen fallen in die Kategorie Fundtiere. Des Weiteren befinden im Tierheim derzeit 18 Kleintiere, die Hälfte davon sind Fundtiere. Die Tiere stammen aus Hersbruck oder dem Hersbrucker Umland mit Ausnahme einer Katze aus Betzenstein, deren Finder durch die Tierhilfe Franken an das Hersbrucker Tierheim verwiesen wurde.

Dem gegenüber stehen laut Homepage der Organisation aus dem Nachbarlandkreis elf Katzen und vier Kleintiere.

Ein weiterer Faktor sind schließlich die Vermittlungsgebühren. Hunde werden, je nach Organisation, gegen eine Schutzgebühr von 250.- bis 300.- € abgegeben. Katzen durchschnittlich gegen 100.- €. Im Hersbrucker Tierheim werden bei den Katzen damit grade mal die Impfkosten und medizinische Grundversorgung (Entflohen, Entwurmen) gedeckt. Die Kastrationskosten und eventuell weitere tierärztliche Behandlungen, die Unterbringung und Versorgung gehen dagegen voll zu Lasten des Tierheims.

Neben Unterhalt für das Gebäude, Futter und Personal sind gerade die medizinischen Versorgungkosten der größte Ausgabeposten für den Tierschutzverein Hersbruck. Ohne Personal mit Fachausbildung darf jedoch ein Tierheim von Amts wegen nicht betrieben werden. Idealisten mit der fachlichen Kompetenz, die diese Aufgabe ausschließlich ehrenamtlich, das heißt unentgeltlich, und in Vollzeit übernehmen, gibt es nicht. Eine ordentliche Unterbringung und medizinische Versorgung sind ohne Zweifel notwendig.

Das Hersbrucker Tierheim wird mit dem Tierschutzverein Hersbruck und Umgebung "tierisch in action" e.V. als privaten Träger allein durch die Jahresbeiträge der Mitglieder des Vereins und Spenden finanziert. Erbschaften zu Gunsten des Tierheims sind äußerst rar geworden. Einige wenige Gemeinden im Altlandkreis Hersbruck haben bisher das Tierheim durch Pauschalverträge für ihre Fundtiere mit 5 bis 50 Cent (eine rühmliche Ausnahme zahlte bisher diesen Betrag!) je Einwohner pro Jahr unterstützt.

Um tatsächlich kostendeckend nur in Sachen Fundtiere arbeiten zu können wäre bei aller Sparsamkeit eine Pauschale von 1.- € notwendig. Die landkreisweit auf der Bürgermeisterversammlung beschlossene einheitliche Pauschale von 0,25 € je Einwohner kann als kleiner Erfolg für die Tierheime und als erster Schritt für den Tierschutz im Nürnberger Land verbucht werden.

Die Gemeinden übernehmen damit lediglich einen Teil der Kosten für die Verwahrung von Fundsachen, zu der sie rechtlich verpflichtet sind. Die Pauschalen sind keine öffentlichen Zuschüsse. Für die Abdeckung der übrigen Kosten im Tierheim ist der Tierschutzverein Hersbruck nach wie vor auf die Unterstützung der Bevölkerung durch Spenden und Sponsoren sowie durch die Mitgliedsbeiträge angewiesen.


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